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Hackerkultur

Hackerkultur

von Romedius Weiss 4. Oktober 2012, 18:02 Uhr

Code is Law! Wer den Code schreibt bestimmt was wie funktioniert. In einem Zeitalter wo fast jeder einen Computer in der Hosentasche hat, der mehr Rechenpower hat als Großrechner in den 80er Jahren, sich Kaffeemaschinenelektronik mit der Rechenleitung der ausgemusterten Spaceshuttles messen kann, bestimmt kaum etwas so unser Leben wie die IT. Dies wurde von vielen schon in den 70er und 80er Jahren erkannt.

1981 wurde in Deutschland der Chaos Computer Club gegründet um die vielen umtriebigen Privatpersonen im Informatik und IT-Sicherheitsbereich besser miteinander zu vernetzen und kulturelle Implikationen der IT zu diskutieren. Gemeinsam werden so neue Trends spielerisch erforscht, bekanntes auf Fehler abgeklopft und soziale Auswirkungen neuer Technologien erörtert. Weil man als Ingenieur, Softwareentwickler und Sicherheitsexperte im IT-Bereich nicht nur gutes schaffen kann, sondern potentiell mit dem Wissen um die verschiedenen Technologien auch offensiv Schaden anrichten kann, wurde im Umfeld des CCC die Hackerethik geboren, um Neulingen einen Leitfaden für Verhaltensweisen zu geben.

Die internationale “Hackerszene” ist stark vernetzt und man findet schnell überall Anschluss. In den letzten 4 Jahren sind in allen größeren Städten Hackerspaces gegründet worden, wo sich IT und Technikinteressierte lokal austauschen. Kommt man in eine neue Stadt findet man so sehr schnell Anschluss zu einer Gruppe mit ähnlichem Mindset und fühlt sich so sofort wie zu hause. In Österreich ist das Metalab in Wien sehr bekannt, in Graz gibt es den Realraum, in Innsbruck das IT-Syndikat und sogar in Wörgl kann man sich im Zeitsparwerk mit 3D-Druck und Arduinobasteleien herumschlagen.

Im deutschen Raum sind die Konferenzen in Umfeld des CCC eine gute Möglichkeit sich inhaltlich auszutauschen und Gleichgesinnte zu finden. Jährlich findet der Chaos Communication Congress statt, alle vier Jahre gibt es das Chaos Communication Camp. Da fast alle gehaltenen Vorträge, die in den letzten Jahren gehalten wurden, online stehen, kann man sich einen guten Überblick über die Themenvielfalt verschaffen.

(Dokumentation CCCamp 2011 lang)

Grüße aus dem Hackerspace Tokyo,

Romedius

4 Antworte zum Artikel “Hackerkultur

korbinian

4. Oktober 2012, 18:02 Uhr

Klingt cool. Sehen die wirklich immer so hacky aus? Hast du Fotos von Tokyo? LG

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Romedius Weiss

4. Oktober 2012, 18:02 Uhr

Wer sieht hacky aus? Die Hacker und Haecksen? 😀 Fotos von Tokyo hab ich schon, ich glaub ich schreib morgen einen weiteren Beitrag, da werden wir im Hackerspace ein Nixietube-Alarmclock Kit zusammenlöten. Da gibt’s dann auch Fotos.

Hier der Link: http://tokyohackerspace.org/ja/event/2012-10-07-build-a-nixie-tube-clock

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korbinian

4. Oktober 2012, 18:02 Uhr

Meinte eig. den Hackerspace selber!!! Habe ein paar gesehen, und die sahen so underground aus…

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Romedius Weiss

4. Oktober 2012, 18:02 Uhr

Hier in Tokyo (Shibuya) ist der Hackerspace sehr office-like. Wir sind mit einer Marketingfirma und 2 anderen NGO’s im gleichen Büro. Da muss man dann schon anders erscheinen, da die andere Firma auch Kundengespräche im Büro hat. (und mit BWLern, die formell erscheinen müssen, ist underground ein no go)

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