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IT Begins: Praktikum bei NEC in Kawasaki

IT Begins: Praktikum bei NEC in Kawasaki

von Romedius Weiss 30. August 2012, 08:26 Uhr

Mein eigentlicher Grund hier auf diesem Blog zu berichten, ist mein Praktikum bei NEC in Kawasaki. Ich habe gerade die ersten drei Arbeitstage hinter mich gebracht. Ursprünglich sollte ich ja als Java Entwickler arbeiten, aber nun heißt es Ruby lernen. So habe ich die ersten 3 Tage mit dem Konfigurieren des Arbeitsplatzrechners und ersten Schritten in Ruby und den dazugehörigen Frameworks verbracht. Die Lernkurve ist steil, aber ich bekomme gute Unterstützung von meinen Vorgesetzten.

Generell ist die Arbeitssituation bei NEC unvergleichbar mit österreichischen Durchschnittsfirmen. Ich arbeite hier in einem Großraumbüro in einem ein Jahr alten Gebäude (es wurde erst knapp vor dem großen Erdbeben 2011 fertig) im 12. Stock mit 500 weiteren Angestellten. Im ganzen Gebäude arbeiten ca. 5000 Menschen, am NEC-Gelände ca. 40.000 bis 50.000 Angestellte. Fast alle kommen morgens zwischen halb 8 und halb 9 mit dem rappelvollen Zug an einen der beiden angrenzenden Bahnhöfen an. Danach gibt es um 8:50 ein kleines Arbeitsgruppenweites Stand-up-Meeting im Büro, gefolgt von kleineren Besprechungen um 3 bis 5er Teams.

Vormittags und nachmittags wird zu einer kleinen Bürogymnastik aufgerufen, denen aber die wenigsten Angestellten nachkommen. Generell wird zu Beginn der Arbeitszeit, Mittagspause und beider Ende immer über die Lautsprecheranlage geläutet. Derart synchron (für österreichische ITler ungewohnt) ist das anstehen an den Liften eine wiederkehrende Erscheinung. Auch ist wegen der Stromknappheit in Japan die Klimaanlage auch nicht voll aufgedreht, und es ist im Büro immer um sie 28° warm. So schwitzt der japanische Arbeitnehmer im Durchschnitt bis um 6 oder 7 im Büro (10-11 Stundenschichten sind hier normal) bevor es mit dem Zug um durchschnittlich ein bis eineinhalb Stunden nach Hause geht.

Als Praktikant hat man da den Vorteil, dass man um dreiviertel sechs nach Hause darf. Wie Patrik und Martin bin auch ich mit IAESTE auf Praktikum, und so darf ich mit Praktikanten aus aller Welt und mit den einheimischen Studenten Japan erkunden. Die Betreuung ist sehr gut und detailliert durchgeplant. Allerdings gehört es nicht zu den japanischen Stärken zu improvisieren und schnell auf kleine Planabweichungen zu reagieren, was immer wieder für Erheiterungen sorgt.

Nichtsdestotrotz genieße ich meinen Aufenthalt und freue mich auf zahlreiche Einblicke in die japanische Kultur, bis es für mich in knapp drei Monaten wieder zurück nach Österreich geht.

Gruß, Romedius

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