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Learn@WU Lecturecasting – wie youtube nur anders

Learn@WU Lecturecasting – wie youtube nur anders

von Michael Feurstein 23. August 2012, 21:02 Uhr

“Wäre doch cool wenn ich mir die Vorlesung nochmal anschauen könnte um das eine Thema zu wiederholen – und dann am Besten noch zu Hause!” – Das könnte ein typischer Wunsch eines Studenten sein der beim Lernen nicht nur auf Buch, Skript und Mitschriften setzen will sondern auch neue multimediale Inhalte anwenden möchte. Genau hier kommt Learn@WU Lecturecasting ins Spiel – das Aufzeichnungssystem für Vorlesungen an der WU.

Angefangen hat es 2009 als ich zu Learn@WU gekommen bin. Ich war damals noch Student und habe für Learn@WU begonnen zu arbeiten. Zusammen mit meinem Kollegen haben wir frisch an der Integration einer Lösung gearbeitet. Hier muß man erwähnen, dass viele Teile wie zum Beispiel das User Interface, Folienerkennungsalgorithmen und dergleichen schon vorhanden waren aufgrund studentischer Vorarbeit in Seminarprojekten.

Anfangs mußte man sich also erst zurecht finden und das System und seine Anforderungen kennenlernen. Im Laufe der Entwicklungen kamen dann immer mehr Kleinigkeiten hinzu. Und so wuchs alles schön langsam zu einer stabilen Architektur heran. Meine Aufgabe bestand unter anderem darin das User Interface sowie die Software Entwicklung und Hardware Ausstattung vor Ort im Hörsaal voranzutreiben.

Vom Konzept in seiner einfachsten Form kann man sich das ungefähr so vorstellen, dass da im Prinzip ein PC mit Touchscreen und Schnittstellen zu Beamersignal und Tonsignal vor Ort im Hörsaal verbaut ist und man jederzeit seine Vorlesung per Knopfdruck aufnehmen kann.

Hier sieht man den Setup im Audi-Max. mit Notebook (li.) und Touchscreen (re.):

Bis das alles jedoch einwandfrei integriert wurde und funktioniert hat mussten einige Stolpersteine überwunden werden.

Zum Beispiel die komplette Neuentwicklung der Systemoberfläche in einer Programmiersprache, die ich bis dato noch nie verwendet hatte. Oder auch die richtige Kommunikation intern sowie extern um die Nutzer mit an Bord zu holen und nicht mit neuen Technik Spielereien zu vergraulen. Wichtig war es dabei immer wieder Feedback von den Nutzern einzuholen um Verbesserungen einzubauen. Auch ein wichtiger Bestandteil war die Koordination und Abstimmung im Bezug auf den Verbau der Hardware vor Ort in den Hörsälen. Anfangs habe ich zu Testzwecken immer alles auf- und abgebaut um mit experimentierfreudigen Professoren Vorlesungen aufzunehmen. Später wurde alles ordnungsgemäß verbaut was auch nicht einfach war, da es im Audi-Max. platzmässig eigentlich nicht vorgesehen war etwas Neues einzubauen.

Auf der anderen Seite musste Learn@WU adaptiert werden. Schnittstellen wurden definiert; die Vorlesung sollte sofort nach der Aufnahme im Hörsaal online auf Learn@WU bereitstehen zur Weiterverarbeitung. Es wurde eine Art Youtube für die Lehre erstellt. Lecturecast Videos können direkt in den Kurs verlinkt oder manuell hochgeladen werden. Eine Kommentarfunktion gibt es natürlich auch.

Seit 2010 ist das Learn@WU Lecturecasting System erfolgreich im Einsatz und wird konstant weiter entwickelt. In-House Live Streaming mit Kamerabild vom Vortragenden oder Online Video Editing sind nur ein paar der Erweiterungen die hinzugekommen sind. Momentan arbeite ich einerseits an der Überführung und Integration des Lecturecasting Systems für den neuen WU Campus, beschäftige mich aber auch mit Themen wie Mobile Live Streaming und Mobile Lecturecasting.

Es gibt also ständig etwas Neues an dem man arbeiten kann und es muss nicht immer nur klischeehaftes Programmieren sein mit dem man sich beschäftigt. Spannende Meetings und Prozesse die man miterlebt und selbst gestaltet bereichern den Arbeitsalltag dabei.

P.S.: Wen das Thema interessiert oder wer sich einen Eindruck von sonstigen neuen Technologien in der Lehre verschaffen will ist herzlichst eingeladen am 18. Oktober 2012 zum Future Learning Now! Tag an der WU Wien vorbei zu schauen. Dort wird alles vor Ort zum Ausprobieren bereit stehen. Ausserdem wird es spannende Vorträge mit Blick in die Zukunft geben. Mehr Infos hier!

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